Günter Winckler

Bahnhofsmission Köln

Warum arbeite ich bei der Bahnhofsmission Köln mit?

Ich bin mein ganzes Berufsleben lang im Ausland gereist, meistens in Entwicklungsländern. Oft habe ich Hilfe gebraucht und meistens auch bekommen. Als ich im Kölner Freiwilligenforum einen Hinweis auf die BM fand, hatte ich sofort die Idee, dass ich dort etwas von der Hilfe zurückgeben könnte die ich früher selbst erhalten habe, und dass dort eine neue Herausforderung auf mich wartet.

Dabei hatte ich nur eine nebulöse Vorstellung davon, was die BM eigentlich macht: irgendwas mit Hilfe am Bahnhof, aber was konkret? Heute, nach drei Jahren Mitarbeit bei der BM, weiß ich es besser.

Ich erlebe die BM als eine zeitgemäße Sozialeinrichtung am Hauptbahnhof Köln, die auf vielfältige Weise für die Menschen da ist, die am Bahnhof Hilfestellung benötigen:

Wir helfen beim Einsteigen, Aussteigen und Umsteigen von Reisenden, die krank oder behindert sind, sich unsicher fühlen, sich im Bahnhof nicht auskennen

Wir geben Rat, Auskünfte und Hinweise wenn der Zug ausgefallen und der Anschluss verpasst ist; Wenn jemand eine Wegbeschreibung braucht; Wenn ärztliche Hilfe erforderlich ist; Wenn jemand eine preisgünstige Unterkunft, einen Not-Schlafplatz, eine Essensausgabe oder eine Kleiderkammer sucht; Wir kennen die Adressen von Ämtern, Behörden und Hilfeeinrichtungen und den Weg dorthin.

Wir versuchen, am Bahnhof Lotse zu sein für Menschen die zu uns kommen, weil in ihrem Leben etwas schief gelaufen ist und sie dadurch in Notlagen und Krisensituationen geraten sind: Jemand ist bestohlen worden und völlig hilflos weil Geld, Fahrkarte und Papiere weg sind; Jemand hat seine Wohnung verloren und weiß nicht, wohin; Jemand ist vor häuslicher Gewalt geflüchtet, hat Angst um sich und möglicherweise um sein Kind; Jemand erlebt einen Tiefpunkt in seinem Leben.

Lotse zu sein heißt in diesen Fällen, zuzuhören, gemeinsam nächste Schritte zu überlegen und Lösungen zu finden. Das kann ein Kontakt zu Notschlafstellen, die Vermittlung eines Platzes im Frauenhaus, und die Vermittlung zu einer Jugendschutz-Einrichtung oder zu Notdiensten der Stadt Köln, der medizinischen Versorgung oder psycho-sozialen Betreuung sein.

Eine besondere Art der Notlage erfahren die Flüchtlinge und andere ausländische Hilfesuchende, die als Asylbewerber zu uns in die BM kommen und von uns im Auftrag der Stadt Köln bei verschiedenen Schritten ihres Asylverfahrens unterstützt werden

Ich habe in einer Einarbeitungszeit Monate gebraucht, die zuständigen Dienststellen der Stadt Köln, der Polizei und verschiedener Freier Träger und die vielen kommunalen, regionalen und bundesweiten Einrichtungen und Behörden kennen zu lernen, mit denen die BM eng zusammen arbeitet. Aber das ist eine wesentliche Voraussetzung für unsere "Lotsenrolle".

Nach drei Jahren kann ich sagen, dass ich noch keinen Tag bereut habe, bei der BM mitzuarbeiten. Ich schätze die Mitarbeit in einem Team, das jung und alt und verschiedene berufliche Hintergründe und Lebenserfahrungen vereint. Ich sehe meine Mitarbeit in der BM als eine anspruchsvolle persönliche Herausforderung an. Und ich habe das Gefühl, dass ich über die direkte Hilfestellung hinaus zu einem vorurteilsfreien und friedlichen Zusammenleben von Menschen beitragen kann.

Link: Bahnhofsmission Köln
Link: Über meine Ausstellung in der Bahnhofsmission, 7. Mai – 31. Dezember 2015 täglich von 7 - 19 Uhr


mit der Band “Buntes Herz” zur Ausstellungseröffnung im Mai 2016

Musikanten bei der Ausstellungseröffnung in der Bahnhofsmission, im Mai 2015

Köln Hauptbahnhof, Gleis 1: Die Bahnhofsmission
 
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