Günter Winckler

Gedanken zur Ausstellung 2016

Der lange Weg

Flucht und Fluchtursachen
Wanderungsbewegungen im 20. Jahrhundert (Deutschland und weltweit)

Flucht- und Wanderungsbewegungen hat es in den letzten 100 Jahren immer wieder gegeben, aber sie waren bis her eher innereuropäisch oder von Europa in andere Teile der Welt gerichtet. Zum ersten Mal erleben wir seit einigen Jahren massive Flüchtlingsströme von anderen Weltregionen nach Europa.

1930er Jahre: Religiöse, kulturelle und politische Verfolgung in vielen Ländern, vor allem Europas und des Nahen Ostens, führte dazu, dass z. B. Liberale und Juden in offenere Gesellschaften (v.a. USA) auswanderten.
1944/45 bis 1950: Etwa 12 bis 14 Millionen Deutsche und deutschstämmige Angehörige verschiedener Staaten waren von Flucht und Vertreibung betroffen. Hinzu kamen 11,3 Millionen "Displaced Persons" (=vor allem Zwangsarbeiter und Zwangsverschleppte der NS-Herrschaft, die vornehmlich aus osteuropäischen, aber auch aus anderen europäischen Staaten Europa stammten und sich bei Kriegsende in Deutschland aufhielten).
1960er Jahre: Das Ende der Kolonialzeit führte dazu, dass aus überseeischen Kolonien viele Menschen in die (früheren) Kolonialländer kamen.
1960er Jahre: Der deutsche Wirtschaftsaufschwung führte zur Anwerbung von "Gastarbeitern", vor allem aus Italien, Spanien und der Türkei, die später ihre Familien nachholten. Beim Anwerbestopp (1973) gab es rund 4 Millionen Arbeitsmigranten und deren Angehörige in der Bundesrepublik Deutschland
1975: Nach der Kapitulation Südvietnams flüchteten in den nächsten 20 Jahren über 1,6 Millionen Südvietnamesen aus dem Land (Boatpeople). Vielen von ihnen gelang die Einwanderung nach Europa.
1989: Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs kamen zahlreiche osteuropäische Migranten nach Westeuropa.
1990er Jahre: Hunderttausende Menschen aus den Balkanländern kamen nach Westeuropa, z.B. aus Kriegsgebieten wie dem zerfallenden Jugoslawien. In dieser Zeit nahm Deutschland mehr Flüchtlinge auf als die übrigen EU-Länder zusammengenommen. Der Zerfall der Sowjetunion führte zur Migration von Spätaussiedlern nach Deutschland (ca. 1,5 Mio.). Quelle: Wikipedia

Textauszug aus der Broschüre, die zur Ausstellung erschienen ist. Hier können Sie mehr lesen ...
Die Bilder der Ausstellung können Sie im Kapitel "Malerei 2016" betrachten.


 
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